Durovis Dive: Virtual Reality für jedermann

Durovis Dive ist eine Virual Reality Brille und die Kaufversion der frei erhältlichen mit dem 3D-Drucker druckbaren Open Dive. Ein virtual-reality Erlebnis fürs kleine Geld? Was kann das ganze und hat es Chancen sich mit dem großen Vorbild Oculus Rift zu messen?

Ich als kleiner Geek konnte ja gar nicht anders als mir eine Durovis Dive zu kaufen. Ein 3D-Drucker fehlt mir nach wie vor so das ich mir keine günstigere  Open Dive selber drucken konnte. Wer einen 3D Drucker hat, dem empfehle ich hier einen Blick auf Thingverse zu werfen. Alles was ihr dann noch kaufen müsst findet ihr in einem „Lens Kit“ zum beispiel bei Amazon. Mittlerweile gibt es auch einige Alternativen. Etwa die Stooksy VR-Brille welche komplett aus Schaumstoff zum selber zusammen bauen daherkommt. Oder aber die REFUGIO3D VR-Brille welche aus Pappe, ebenfalls zum selber zusammenbauen, daherkommt.

Alles in allem ist das Prinzip bei allen Modellen das gleiche: das Bild wird mit Linsen vergrößert. Das Smartphone-display ist geteilt, ein Bild je Auge. So ist es möglich einen 3D-Effekt zu erzeugen. Zum umschauen in der virtuellen Welt, also Headtracking, werden die Smartphone eigenen Sensoren benutzt. Zur Steuerung eines Spieles empfiehlt sich noch ein Bluetooth Controller. Oder aber ein USB Controller welcher mit einem OTG USB micro-B Kabel an das Smartphone angeschlossen wird. Das habe ich selber mit einem Xbox 360 Controller getestet und es Funktioniert bei mir (Galaxy Nexus mit CyanogenMod 11) problemlos und ohne irgendeine spezielle App.

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Die Durovis Dive kam in einem ganz schlichten und einfachen Papp-Karton zu mir. Drin waren neben der fertigen VR-Brille noch zwei Aufbewahrungstaschen, eine in schwarz und eine in weiß. Außerdem noch ein Quick Start Manual und eine kleine Karte mit der ich später zusätzliche Features in der Dive Launcher App freischalten kann sowie ein Adapter für die iPhone Besitzer.

Die Inbetriebnahme ist denkbar simpel und selbsterklärend: Eine App starten, Smartphone in die Dive einlegen, Klappe zu, Brille auf, Linsen auf Augenabstand und Sehschärfe einstellen und Spaß haben.

Als allererstes habe ich die Dive City Rollercoaster Demo ausprobiert. Nach dem einstellen der Linsen war ich erstmal erstaunt: das funktioniert ja wirklich! Ich saß in einer virtuellen Achterbahn. Komplett in 3D. Dann die ersten vorsichtigen Kopfbewegungen, gaaanz laaaangsaaaaam, und nochmal WOW. Das funktioniert ja wirklich! Sogar schnelle Kopfbewegungen werden ohne spürbare Verzögerung umgesetzt. Ein breites Grinsen und einen schwarzen Kasten im Gesicht stand ich nun also in meinem Wohnzimmer und fuhr Achterbahn. Und sofort wurde mein Gleichgewichtssinn getäuscht und ich verlor kurz das Gleichgewicht als ich eine rasante Kurve auf der virtuellen Achterbahn durchfuhr. Ich war begeistert!

Danach kam dann auch die erste Ernüchterung: es gibt viel zu wenig Spiele für die Dive. Hier eine Auswahl kompatibler Apps.

Ich habe das eine oder andere gespielt und bin durchweg begeistert. Macht schon Spaß in einer virtuellen Spielumgebung sozusagen mitten drin zu sein. Leider verträgt mein Gleichgewichtssinn es nicht das ich mich einmal mit Kopfbewegungen umschaue und, da mein Kopf sich nicht 360° einmal im Kreis drehen kann, im nächsten Augenblick das Bild von mir mit dem Controller gesteuert wird. Da wird mir richtig übel bei. Also bleibt nur im Wohnzimmer zu stehen und auf umschauen mit dem Controller zu verzichten sondern Fleißig im Kreis drehen. Dank fehlender Kabel geht das allerdings sehr gut 😉

Nach einem schönen Spielchen entspanne ich dann in meinem neuen Virtuellen Heimkino und schaue mir einen 3D Film an. Dazu nehme ich die App Go Show Pro, die kostenlose Variante spielt nur einen einzigen vorinstallierten Film ab. Dort wird ein ganzes Heimkino simmuliert. Mit (leider nicht Essbarem) Popcorn, Fernbedienung, Sesseln, Lautsprechern und Leinwand. Zum Steuern wird kein Controller gebraucht, es reicht ein langer Blick auf die Fernbedienung und anschließend ein langer Blick auf das jeweilige Steuersymbol. Leider werden noch zu wenige Formate unterstützt so das ich die Aufnahmen meiner Dreambox vom *.ts Format aus erstmal umwandeln muss. Das kostet Zeit. Hier wird auch der Nachteil meines mittlerweile etwas alten Galaxy Nexus wirklich sichtbar: die Auflösung. Ich habe einen deutlichen „Fliegengittereffekt“ vor dem Bild. Beim Spielen fällt das kaum auf da das Bild fast immer in Bewegung ist, doch wenn ich nur auf eine virtuelle Leinwand schaue sehe ich es deutlich. Dennoch ist es ein wirklich cooles Erlebnis vollkommen abgeschottet von der Außenwelt einen Film zu genießen.

Noch ein Nachteil soll nicht unerwähnt bleiben: die Durovis Dive unterstützt nur Smartphones bis fünf Zoll Größe… Allerdings ist es möglich aus Pappe problemlos eine größere Variante selber zu bauen. Dazu werde ich in einem anderen Artikel noch kommen und diesen hier entsprechend verlinken.

Fazit: Das Smartphone in Verbindung in einem günstigen Gestell in eine VR-Brille zu verwandeln ist absolut genial. In Zukunft kommen hoffentlich noch mehr Apps auf den Markt und schon ist der Spielspaß komplett. Das ganze funktioniert wirklich toll so lange das Smartphone eine gute Auflösung (ich würde Full HD empfehlen) hat und nicht zu groß ist. Teuer sind all diese Gestelle nicht so das es nicht weh tut das ganze einfach mal zu Testen. Wer allerdings kein geeignetes Smartphone besitzt kommt mit der Oculus Rift unterm Strich günstiger weg. Wenn die ersten 4k Smartphones auf dem Markt sind und weitere Verbreitung finden wird das ganze eventuell wirklich zu einer Konkurrenz für Oculus Rift, zumindest für den der ohnehin ein solches 4k Smartphone besitzt, ansonsten ist die Rift wohl sicherlich günstiger.

Sascha

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