Pebble: Die Smarte Uhr

Ich habe mir jetzt doch eine Pebble gkauft. Die Pebble ist ja DAS Kickstarter Phänomen. Hier möchte ich euch diese kurz vorstellen und auch ein Paar (Android)Apps ans Herz legen die in meinen Augen jeder Pebble Besitzer haben muss.

Auf www.wikipedia.org unter CC BY-SA 1.0 gefunden

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Es ist mit den Smartwatches irgendwie so wie mit den Tablets: man braucht sie ja nicht unbedingt, bzw. könnte auch darauf verzichten. Zumindest sagt das fast jeder bevor er sich solch ein stück Hardware zulegt 😉

Und so war es auch bei mir: Ich habe immer gesagt: „Wo ist die Funktion, das was ich ohne Smartwatch nicht machen kann? Es ist doch nur ein Remote-Display am Handgelenk. Zum Telephonieren brauche ich doch das Smartphone, und um auf Nachrichten zu antworten ebenfalls!“ Das waren vor einem Monat noch meine Kommentare zu Smartwatches…

Dann gab es mal wieder ein Update für meine Lieblings Android Wecker App: Sleep as an Android. Kurz das Changelog überflogen und geschlossen. Irgendwie ist dabei das Wort „Pebble“ hängen geblieben… Am nächsten Tag hab ich mich auf die Suche gemacht: tatsächlich, meine Wecker App unterstützt die Pebble. Ist eine Pebble mit dem Smartphone verbunden wird diese als Bewegungssensor genutzt und nicht mehr der Sensor des Smartphones. Da war er, der Mehrwert. Unwichtig für viele andere, für mich eines der entscheidendsten Kriterien welches zum Kauf geführt hat! Warum? Das ist schnell erklärt: Sleep as an Android ist ein Schlafphasenwecker, das bedeutet er versucht eure Schlafphase zu erkennen und euch dann zu wecken wenn ihr möglichst eine Leichtschlafphase habt. Bei einer Smartphone App funktioniert das meist indem das Smartphone auf die Matratze gelegt wird und dort die Bewegungen aufzeichnet welche über die Matratze kommen. Also dummerweise auch die Bewegungen von meiner Frau… Das führt dann dazu das meine Frau in einer Leichtschlafphase von meinem Wecker geweckt wird während ich tief und fest weiterschlafe. Meine Frau ist entsprechend Sauer das ich schon wieder nicht den Wecker höre… Und dabei ist es doch eigentlich ihre schuld wenn sie einfach so eine Leichtschlafphase vor mir hat, doch erklärt das in der Situation mal eurer Frau…

Egal, ich war angefixt. Es dauerte die üblichen drei Tage Inkubationszeit bis ich bestellte. Ich habe mir immer wieder überlegt wozu ich eine Smartwatch noch brauchen könnte, in welchen Situationen wäre so ein Ding wohl praktisch oder einfach nur cool, nochmal im Netz nachsehen was andere damit anstellen. Und so weiter, jeder echte Geek hat das garantiert auch schon mal erlebt 😉

Doch da stehe ich als deutscher der in Deutschland wohnt schon vor dem ersten Problem. Ich gehe auf die Offizielle Seite und suche mir eine Farbe aus, heute gibt es auch noch ein anderes Modell welches sich Pebble Steel nennt das gab es vor einem Monat noch nicht… Dann möchte ich das bestellen und gebe also meine Adresse ein. Doch nachdem ich das Land eingebe geht es nicht weiter: Pebble wird aufgrund von Problemen mit dem Zoll nicht nach Deutschland versendet. Im Netz findet sich natürlich keine Offizielle Stellungnahme vom Zoll sondern ehr eine Reihe netter Theorien. Die einen sagen es fehle nur irgendein Zettel, andere meinen es liege daran das kein Netzteil beiliege (Nebenbei: das hat der Kindle Paperwhite auch nicht dabei…) und wieder andere wissen das es daran liegt das keine Anleitung in deutsch beiliegt. Ich vermute es liegt ganz einfach daran das beim Zoll Sadisten arbeiten die anderen nicht die Freude gönnen einfach irgendetwas aus dem Internet bestelltes gedöns zu erhalten. Oder aber es liegt daran das die Pebble Hersteller uns Deutsche nicht mögen und deshalb einfach nix unternehmen um diesen Zustand zu bereinigen. Doch wer weiß das schon mit Sicherheit?

Also habe ich nach alternativen Bezugsquellen gesucht. Und sie gefunden.

Ebay ist eine Möglichkeit, doch ich mag ebay einfach nicht besonders. Ist halt so. Also in meinem „Mädchen für alles Versandhaus“ Amazon nachgeschaut und fündig geworden.

In beiden fällen ist Vorsicht geboten! Achtet unbedingt, also wirklich unbedingt, nicht so „och ja das klappt schon“, sondern wirklich penibelst darauf das der Händler bei dem ihr kauft innerhalb der EU seine Päckchen abgibt. Denn nur dann lässt der Zoll das ganze durch!

Alternativ könnt ihr einen „Paket forwarder“ benutzen. Da sucht euch selber einen raus, ich traue dem Braten nicht. Ihr müsst dann die Pebble bestellen und bezahlen und an eine Firma innerhalb der EU schicken lassen welche euch das Päckchen dann hoffentlich weiterleitet. Dann müsst ihr Zoll-gebühren bezahlen. Alles in allem kommt ihr so laut diversen Forenbeiträgen auf eine Summe von um die 180 Euro. Da kann ich auch bei Amazon bestellen hab ich mir gedacht und schon war es getan. Für 211€ inklusive Versand aus GB bestellt.

Doch kommen wir langsam mal zu den harten Fakten, also den Hardware Spezifikationen:

  • Abmessungen: 52mm × 36mm × 11.5mm
  • Gewicht: 38g
  • 1,26 Zoll epaper Display mit Beleuchtung und 144 × 168 Pixel Auflösung
  • Bluetooth 4.0
  • 3D Accelerometer registriert Bewegungen
  • Kompass welcher derzeit jedoch nicht aktiv ist, kommt noch per Softwareupdate
  • Prozessor: ARM Cortex-M3 mit 80 MHz
  • Lithium Ionen Polymer Akku mit bis zu sieben Tagen Laufzeit

Das ist schon mal Ordentlich und kann sich sehen Lassen. Doch die in meinen Augen Tatsächlichen killer Features kommen noch:

  • Wasserdicht bis 5 ATM, dazu Wikipedia als Erklärung
  • Verträgt relative Luftfeuchte von 5%-95%
  • Maximale operative Höhe liegt bei 3000m was reicht um die Zugspitze (2962 m) zu besuchen.

Das sind, finde ich, absolute killer Features. Vor allem die Tatsache das ich die Pebble auch unter der Dusche an lassen kann. Nicht das ich Wert darauf lege das noch ein Bereich des täglichen Lebens durch ständige Erreichbarkeit durchdrungen wird, doch es soll vorkommen das man sich die Hände waschen möchte ohne seine Uhr auszuziehen oder das man mal vergisst vor dem Duschen die Uhr wegzulegen 😉

Doch mit tollen Spezifikationen kann so manches Smartphone aufwarten ohne zu allzu großer Beliebtheit zu gelangen. Interessanter ist da schon das Betriebssystem und wie viele Entwickler von Drittanbieterapps es so gibt. Die Pebble verwendet das so genannte Pebble OS als Betriebssystem, eine Eigenentwicklung, und Entwickler haben sich gleich scharenweise eingefunden.

Die Pebble benötigt um mit dem Smartphone zusammen zu Arbeiten die Pebble App. Diese gibt es für Android im Play Store für’s iPhone im App Store und Windows Phone User können auf eine App eines Drittanbieters zurückgreifen.

Ich habe ein Android Device und ab jetzt wird es dementsprechend Android-lastig 😉

Nach dem ersten einrichten habe ich mir sofort die beta Firmware vom Pebble OS installieren wollen. Dazu braucht es erstmal eine beta Android App welche ihr von der Entwicklerseite als Installationspaket erhaltet. Danach ladet ihr von der gleichen Seite die Pebble installationsdatei und spielt diese auf indem ihr in der Smartphone App einfach auf „Firmware Update“ geht. Habt ihr die entsprechende Datei auf dem Smartphone wird diese dann auch problemlos erkannt.

Das hat den Vorteil das Watchfaces ab Firmware 2.0 zum Beispiel auch den Akkustand anzeigen können und Watchappps beispielsweise den Bewegungssensor der Pebble nutzen können. Nachteil ist das nur SDK 2.0 Watchfaces und Watchapps laufen. Doch die beliebtesten sind bereits angepasst.

Die Software ist beta, bei mir ist sie bislang erst einmal abgestürzt als ich wie wild durch meine Watchfaces gescrollt habe.

Doch leider ist es damit nicht getan. Damit ihr differenziert einstellen könnt welche Benachrichtigungen auf der Pebble landen und welche nicht braucht ihr eine Zusatzapp wie zum Beispiel Pebblify oder das Pebble Notification Centre

Wer ein Bluetooth Headset hat wird es mögen dank dem Pebble Dialer  Anrufe über die Uhr anzunehmen, abzulehnen, stumm zu schalten (was ohne diese App als einziges out of the Box funktioniert) und während des Anrufes die Möglichkeit zum auflegen zu haben sowie die Gesprächsdauer zu sehen. Das ist auch ohne Headset ganz nützlich. Jetzt kann man bei anstrengenden Gesprächspartnern die sich einfach nicht abwimmeln lassen genervt auf die Uhr schauen. Und das macht dann endlich sinn 😉

Da ich K9 als email App nutze habe ich mir auch noch K9toPebble installiert. Damit kann ich jetzt Newsletter und Co. sofort von meiner Pebble aus löschen ohne dazu das Smatphone aus der Tasche zu holen.

Alles in allem bin ich damit Absolut zufrieden.

Zum Schluss möchte ich noch erklären wie ihr neue Watchfaces und Watchapps bekommt.

Das ist dank dem neuen Watchapp-Store in der Beta-Smartphone App direkt aus dieser heraus möglich, die Auswahl ist hier aktuell (26.1.2014) noch sehr eingeschränkt. Das sollte sich aber ändern wenn der Betastatus erstmal abgelegt wurde und jeder die 2.0 Firmware verwendet.

Es ist aber auch möglich im Smartphone Browser die Seite My Pebble Faces aufzurufen. Hier habt ihr eine riesige Auswahl von sinnvollen, bis sinnlosen Watchapps und von stilvollen bis stillosen Watchfaces. Ihr ladet dann einfach das entsprechende Paket mit dem Smartphone herunter und beim öffnen wird es automatisch von der Pebble-App auf die Pebble geschickt.

Ich bin schwer begeistert von meiner Pebble. Auch wenn man denken sollte das der Smartphone Akku durch das jetzt durchgängig aktivierte Bluetooth noch schneller leer ist als sonst ist tatsächlich das Gegenteil der Fall! Das kommt daher das ich nicht mehr ständig das Display anschalten muss um nach der Uhrzeit zu schauen oder um nachzusehen ob ich eine Nachricht verpasst habe.

Und das hier angesprochene ist nur der Anfang! Ihr könnt mit einer Pebble viel viel mehr anstellen als das es alles in einen einzigen Artikel passen würde. Bei entsprechendem Interesse schreibe ich dazu auch noch mal was.

So, ein blick auf meine Pebble sagt mir gerade das ich langsam mal weg muss 😉

Sascha

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3 Gedanken zu „Pebble: Die Smarte Uhr“

  1. Schön geschrieben Sascha.
    Meine Pebble ist auch schon unterwegs.
    Gerade die Weckfunktion über Sleep as an Android finde ich auch sehr reizvoll, da meine Frau auch durch das normale Handyklingeln kurz wach wird. So kann ich das Smartphone im Büro neben dem Schlafzimmer aufladen und mich trotzdem wecken lassen.

  2. Hallo Sascha,

    danke für den schonen Artikel.

    Bin von meiner Pebble ebenso begeistert.

    Eine Frage. Wie löst du das Problem mit Sleep as Android und dem Flugmodus? Damit ich den Sensor der Pebble für die Schlafüberwachung nutzen kann muss Bluetooth an sein, aber dann bekomme ich auch die üblichen Benachrichtigungen.

    Gruß

    1. Ich habe den Flugmodus abgestellt. Sobald ich die Schlafmessung starte schaltet Sleep auf lautlos (das meine ich kannst du in den Einstellungen festlegen) und meine Pebble vibriert nicht wenn das Smartphone auf lautlos ist…

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