Was die Enthüllungen von Edward Snowden bei mir ändern

Ich denke mal das ich nicht viel zu PRISM und CO. schreiben muss, jeder der nicht hinter dem Mond lebt wird mitbekommen haben das das ganze Internet übelst von Geheimdiensten ausgespäht wird.

Das war ja nicht gerade eine Überraschung, zumindest für mich nicht. Nein, ich bin weder paranoid noch ein Verschwörungstheoretiker. Ich habe es mir halt einfach schon immer denken können. Oder ehr: es hätte mich gewundert wenn es anders wäre.

Nun gibt es ja diejenigen die fröhlich wie die Schafe auf der Weide weitermachen während die Wölfe ebenso fröhlich die Schafe einkreisen. „Ich hab ja nix zu verbergen.“ „Ich mache ja nix verbotenes im Internet.“ Das sind die Üblichen Kommentare die ich zu hören bekomme wenn sich ein Gespräch in Richtung des Abhörskandales entwickelt. -Abhörskandal… Wieder eines dieser Wörter die ich nicht mehr hören kann. Genau so wie Drohnen-Debakel. Aber lassen wir das.

Also, wie gesagt, die einen machen weiter wie eh und je, die anderen rennen bekloppt im Kreis und versuchen alles erdenkliche um nicht mehr ausspioniert zu werden. Ganz toll. Nachdem man Jahre lang jeden Ratschlag in Richtung Datensicherheit und Privatsphäre in den Wind geschlagen hat, quasi ein offenes Buch im Internet ist, versucht man jetzt der über-super Datenschutzkontrollfreak zu werden. Zu spät sage ich. Die ganzen Daten die man jetzt von den benutzten Onlinediensten welche ihre Server in den USA stehen haben löscht sind längst bei der NSA auf der Platte…

Doch trotzdem kann man etwas tun, man kann es in Zukunft anders machen. Dazu ist es nie zu Spät.

Ich bin ja wie gesagt nur mäßig überrascht über die Enthüllungen von Edward Snowden. Mich enttäuscht ganz einfach das jeder Jeck der im netz nen größeren Dienst am Start hat ohne weiteres da mitmacht. Google, Microsoft, Apple, Amazon, Facebook und viele andere… Klar ist es blauäugig zu denken das die keine Daten sammeln. Die Sammeln wie nix. Das sollte ja auch jeder wissen. Nein, mich enttäuscht das diese ganzen Daten einfach so weitergegeben werden. Das stört das Vertrauensverhältnis zwischen User und Anbieter doch ein wenig, oder?

Doch kommen wir mal langsam zur Kernaussage dieses Blogbeitrages: Was hat sich bei mir geändert, was mache ich heute anders?

Nicht viel, um ehrlich zu sein…

Zwar habe ich das in meinen Augen großartige Projekt heml.is mit ein paar flocken unterstützt, doch noch hat das gar nix verändert. Zukünftig, wenn das Teil mal fertig ist, sende ich alles wichtige und vertrauliche nur noch über diesen neuen Messenger. Denn der wird jede Kommunikation voll von Ende zu Ende verschlüsseln. Das heißt: auf meinem Gerät wird die Nachricht verschlüsselt und erst auf dem Gerät des Empfängers wird sie wieder entschlüsselt.

Linux benutze ich eh schon seit Jahren. Das halte ich nach wie vor für relativ sicher, ich bin nun wirklich nicht Interessant genug als das sich der Aufwand lohnen würde meinen Rechner zu Hacken. Vor allem wenn das nicht unbedingt leichter wird indem ich Linux als Betriebssystem nutze.

Die eine oder andere Information werfe ich Google ja auch schon nicht mehr zum fraß vor seit ich meine Kontakte über meine eigene ownCloud synchronisiere.

Email Verschlüsselung mit GnuPG würde ich ja gerne nutzen, leider keiner mit dem ich so Emails austausche… Da bringt das nix. Eingerichtet ist das ganze sowohl auf meinem Notebook als auch auf meinem Smartphone. Ich hatte auch mal vor darüber einen Beitrag zu schreiben doch das hat sich erledigt. Seit der Snowden gepetzt hat schreibt fast jeder Tech-Blogger und die meisten großen Nachrichtenportale gefühlt wöchentlich darüber.

Doch eines hat sich in meinem Nutzungsverhalten des Internets grundlegend verändert. So eine gravierende Veränderung in meinem Nutzungsverhalten hatte ich zuletzt als ich meine erste eigene DSL-Flat in meine damalige Wohnung bekam. Seit diesem Tag nämlich nutze ich die Google Web Suche. Seit einigen Tagen nicht mehr.

Warum? Nun, ganz einfach: Ich finde die ganzen Internet-riesen sollten ruhig mal merken das SIE diejenigen sind die darunter leiden wenn Geheimdienste quasi im Büro nebenan sitzen und alles freihaus geliefert bekommen. Ob es nun rechtens ist oder nicht aufgrund von geheimen Gesetzen und geheimen Gerichtsbeschlüssen geheimer Gerichte so zu handeln. Ich als Nutzer habe keine Lobby, ich habe keine zig Millionen um Parteispenden abzugeben. Ich als Nutzer weiß nicht einmal wer da nach welchen Daten Fragt. Da sehe ich die Onlinegiganten in der besseren Position. Die haben all das schließlich… Die hätten in meinen Augen etwas dagegen machen können, ja etwas machen müssen!

Doch warum ausgerechnet die Websuche? Nun, die Websuche ist nach wie vor von privaten Usern Googles meist genutztes Online Produkt. Und dort merken sie es hoffentlich. Doch welche Alternative gibt es? Bing? Yahoo? Die leiten doch garantiert ebenso alles weiter. Nein wenn dann sollte es möglicht Anonym sein.

So wie DuckDuckGo. Eine Suchmaschine die versucht den Nutzer zu schützen, zumindest scheint es so. Klar kann das nur Augenwischerei sein… Doch ich lasse es drauf ankommen. Viel schlimmer geht es ja eh nicht mehr.

DuckDuckGo habe ich irgendwann mal, mehr aus Langeweile, als Standardsuchmaschine in meinem mobilen Browser eingerichtet. Anfangs hab ich noch oft verglichen ob DuckDuckGo ebenso gute Suchergebnisse liefert wie Google. Vor kurzem viel mir auf das ich das gar nicht mehr mache sondern DuckDuckGo einfach so nutze wie ich es früher mit Google getan habe. Seit dem ist DuckDuckGo meine neue Startseite am PC, nicht mehr Google. Google ist auch aus der Such über die Browseradressleiste geflogen, ihr wisst schon das weiße Feld im Browser über das man heutzutage auch eine Websuche starten kann und nicht mehr nur Internetadressen aufruft.

Bis auf dieses hässliche Enten Logo bin ich mit DuckDuckGo ganz zufrieden.

Doch was sage ich jetzt anstelle von „Ich google das mal eben“?

„Ich duckducke das mal flott“ oder „Ich schnatter das mal eben“ 😉

Probiert diese Suchmaschine doch einfach mal aus. Ist alles in allem richtig gut. Wenn ihr euch fragt wo ihr einstellen könnt das Suchergebnisse in eurer Lieblingssprache oder aus eurem Lieblingsland bevorzugt angezeigt werden: Unten rechts gibt es einen Link zu den Einstellungen der DuckDuckGo Websuche. Die müsst ihr allerdings auf jedem Gerät separat vornehmen, ein Konto wie bei Google welches sowas synchron halten könnte oder eine Standort abfrage gibt es nicht. Datenschutz, Anonymität und so, ihr wisst schon, das ist ja immer irgendwo mit „Arbeit“ verbunden.

Sascha

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